Einfach Sonne tanken

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Volker Simon hat seine persönliche Energiewende vollzogen und versorgt seinen Opel Corsa-e seither mit selbsterzeugter Energie vom Dach. Eine erste Bilanz.

Surrend hebt die Drohne mit Kamera ab und fängt in zehn Metern Höhe das ein, womit sich Volker Simon die vergangenen Monate intensiv beschäftigt hat. Denn der Opel-Ingenieur gehört nicht nur zu den ersten Kollegen, der sich einen Opel Corsa-e zu Mitarbeiterkonditionen zugelegt hat, der jetzt vor seinem Haus parkt. Zusätzlich hat er sich eine Solaranlage aufs Dach seines Hauses im rheinhessischen Nierstein montieren lassen – um sein neues Elektroauto mit selbstgewonnener Energie zu versorgen. „Ich möchte meinen Kindern ein Vorbild sein“, sagt der zweifache Familienvater, dessen Nachwuchs sich auch für Nachhaltigkeit begeistert. 

Die Anlage versorgt Haus und Auto

Mit dem Entschluss, einen Corsa-e zu fahren ist Volker Simon nicht nur Vorbild, sondern auch Teil eines Trends. Denn E-Autos werden immer beliebter, wie auch jüngste Zahlen belegen. So erreichten die Stromer im September 2020 einen Marktanteil von acht Prozent aller hierzulande neu zugelassenen Fahrzeuge. Den Opel Corsa, Deutschlands meistverkauften Kleinwagen, bestellte jeder dritte Privatkunde als elektrische Variante. 

Der Schritt zur regenerativen Energie wurde durch den Opel-Stromer neu entfacht. Bereits während seines Studiums hatte sich Volker Simon mit Einsparmöglichkeiten durch neue Technologien befasst. Als er vor 17 Jahren in sein Einfamilienhaus in Nierstein einzog, hatte er über die Installation einer Solaranlage nachgedacht. Damals aber erschienen ihm Aufwand und Nutzen noch in keinem günstigen Verhältnis. Nachdem er bei einer Sonderveranstaltung des „Verkauf an Mitarbeiter“ den Vertrag für einen Corsa-e unterzeichnet hatte, war dies der Anlass nochmals neu zu rechnen.

Aufwendige Recherche

Also begann der Ingenieur, der bei Opel im Bereich „Supplier Quality“ für Airbags, Lenkräder und Gurte zuständig ist, zu recherchieren. Das war aufwendiger als gedacht. Schließlich stieß er auf das Unternehmen „E3DC“, einen Stromspeicher-Spezialisten aus Osnabrück. Die Anlage wurde noch vor dem Corona-Lockdown installiert. Einfach sei der Weg dorthin nicht gewesen, doch da müssten Pioniere eben durch, erklärt Volker Simon. „Und die Investition lohnt sich – in jeder Beziehung.“

Herzstück der Anlage ist eine intelligente Wallbox, die Volker Simon per App gemeinsam mit der Energieversorgung des Hauses steuert. Und die ihm alle Freiheiten lässt: Ob und wie viel des vom Dach gewonnenen Solarstroms direkt ans E-Auto oder in den Energiespeicher im Keller abgegeben wird; ob und wie viel Elektrizität zusätzlich aus dem Netz geholt wird – das alles regelt der Hausherr am Tablet. Oder lässt es automatisch regeln.

Vermeintlicher Nachteil wird zum Vorteil

Ein vermeintlicher Nachteil erwies sich dabei sogar als Vorteil: Das Dach des Hauses verfügt über keine nach Süden ausgerichtete Seite. „Ich dachte immer dies sei ein Problem.“ Tatsächlich aber erwies es sich als effektiver, Solarpaneele auf der Ost- und Westseite des Satteldaches anzubringen – „so ist die Sonnenenergie morgens früher und abends länger verfügbar.“ Dass die Einstrahlungsspitzen über Mittag geringer ausfallen, lässt sich verschmerzen, da die Aufnahmekapazitäten von Solaranlagen in der Regel ohnehin nach oben begrenzt sind.

Die Bilanz seiner persönlichen Energiewende? „Ich bin absolut begeistert“, erklärt der E-Pionier. In den vergangenen Monaten hat er Haus und Auto komplett mit selbstgewonnener Energie versorgt, nicht ein Kilowatt aus dem Netz benötigt. Natürlich: Wegen Corona arbeitet auch Volker Simon zurzeit im Homeoffice, die Fahrleistung seines Corsa-e war niedriger als sonst. Doch selbst wenn er mit den rund 50 Kilometern kalkuliert, die er normalerweise zwischen Nierstein und Rüsselsheim pendelt, wird sich die Investition in acht Jahren amortisiert haben. „Bei Solaranlagen, die ausschließlich das Haus versorgen, wird meist von 20 Jahren ausgegangen.“

Enorme Potenziale

Die Einsparpotenziale sind also enorm – und Volker Simon findet es schade, dass dies so wenig bekannt ist. Wem es an Eigenkapital fehlt, dem bieten sich beispielsweise auch Finanzierungsmöglichkeiten über die „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ (KfW). Es gibt auch Unternehmen, die auf fremden Dächern Solaranlagen auf eigene Kosten installieren und mit den Hausbesitzern spezielle Nutzungsmodalitäten vereinbaren – „viele wissen das aber schlicht und ergreifend nicht.“

Darum ist Volker Simon seit einiger Zeit auch in verschiedenen Internetforen unterwegs, um andere für Strom vom eigenen Dach zu elektrisieren. Und sieht bestätigt, was er selbst erlebte: „Wer erst einmal angefangen hat, sich damit zu befassen, ist schnell begeistert.“

Nicht nur der Antrieb überzeugt

Und der Corsa-e? Er ist Familie Simons erstes E-Auto. Sich an die Fahreigenschaften zu gewöhnen, insbesondere das Fahren mit (meist) nur einem Pedal, dauere nur kurz – „und ist total faszinierend“, so der Hausherr. Ebenso wichtig sei für ihn, dass auch die sonstigen Features gelungen sind. „Adaptive Cruise Control, Lenkradheizung oder Matrixlicht: Das alles haben wir bereits bei unserem Opel Insignia Sports Tourer liebgewonnen. Schön, dass wir im Corsa-e darauf nicht verzichten müssen – und das trotz kleinerer Fahrzeugklasse.“

 


Technische Details
Etwa 9.000 kWh produzieren die 30 Solarmodule pro Jahr, während Familie Simon rund 4.000 kWh verbraucht.
Im Winter erzeugt die Anlage etwas weniger Strom als benötigt, sodass der Autarkiegrad von aktuell 96 Prozent etwas sinken wird.
Der Energiespeicher im Keller des Hauses kann bis zu 13 kW aufnehmen und somit den nächtlichen Verbrauch von 5 kWh abdecken.

Den Verbrauch des Corsa-e, der 17 kWh pro 100 Kilometer verbraucht (nach WLTP), übernimmt die Anlage ebenfalls.

 

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